Die Bedeutung der Gürtelfarben beim Taekwondo

Taekwondo ist eine koreanische Kampfsportart, dessen Ursprünge im Dunkeln liegen. Jedoch zeigen bereits Wandgemälde aus der Koguryo-Dynastie Techniken, die denen des Taekwondo ähneln. Die Koguryo-Dynastie herrschte von 37 v. Chr. bis 668 n. Chr. über fast ganz Korea. Zu diesem Zeitpunkt war Korea in drei Königreiche geteilt. Es war jedoch das kleinere Silla, welches einige wichtige Grundsteine für den Kampfsport in Korea legen sollte.

Die Silla-Dynastie förderte die Kampfsportarten Soo-Bak-Gi und Taek-Kyon und hielt jährliche Wettkämpfe ab. Die Sieger dieser Wettkämpfe erhielten die Chance, wichtige Ämter zu erhalten. Nach der Vereinigung durch die Goryeo-Dynastie im 10. Jh. wurde diese Tradition weiter gepflegt. Während dieser Zeit und auch schon früher nahm die Kampfkunst in Korea Gedanken des Buddhismus, Zen, Konfuzianismus und Taoismus in sich auf. Die Yi-Dynastie, die Korea von 1393 bis 1910 beherrschte, schenkte den Kampfkünsten weit weniger Aufmerksamkeit und die Tradition verkümmerte.

1910 besetzten die Japaner Korea. Dem folgte ein allgemeines Verbot von koreanischen Kampfsportarten. Vergessen wurde Taek-Kyon jedoch nicht. Gleichzeitig brachten die Japaner auch ihre eigenen Kampfkünste nach Korea, darunter Kendo, Judo, Jiu Jitsu und auch Karate. Viele Koreaner lernten diese Kampfkünste außerdem in Japan kennen und brachten sie nach der Niederlage der Japaner 1945 in ihre befreite Heimat.

Die koreanische Regierung hatte in der Nachkriegszeit ein großes Interesse daran, die Kampfkünste wieder in ihrem Land zu verbreiten. Das Taek-Kyon sollte neu geordnet werden. In der Nachkriegszeit hatten sich außerdem in Korea viele „Kwans“ gebildet, verschiedene Kampfkunstschulen, die auf unterschiedliche Ursprünge zurückblickten. Diese wurden 1955 vereinigt und neu ausgerichtet. Gleichzeitig wurde der Name der Kampfkunst geändert: Das Taekwondo entstand. Der Begriff kann mit „der Weg des Fußes und der Hand“ übersetzt werden. „Tae“ steht für Fußtechnik, „kwon“ für Handtechnik und „do“ für Weg. In der Folgezeit erfreute sich die Kampfkunst in Korea großer Beliebtheit und wurde zu einem Volkssport. Für Polizei und Militär wurde das Training des Taekwondo verpflichtend, was seine Verbreitung noch weiter begünstigte. 1971 wurde Taekwondo schließlich als Nationalsport eingeführt, 1973 fand die erste Weltmeisterschaft statt.

Als olympische Disziplin wurde Taekwondo vom IOC 1981 anerkannt, erste Demonstrationswettkämpfe fanden 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona statt. 1994 erklärte der IOC ihn zu einer vollwertigen olympischen Sportart und schließlich fanden die ersten offiziellen olympischen Kämpfe im Jahre 2000 statt.


Die Bedeutung der Gürtelfarben beim Taekwondo

Bei den Taekwondo Gürteln geht es nicht nur darum, welchen Rang sie signalisieren. Sie liegen auch an einer wichtigen Position des Chi und helfen dabei, den Körper richtig anzuspannen und Stabilität zu verleihen. Gürtel im Kampfsport wurden bereits im 19. Jh. im Judo eingeführt. Die Gürtel werden in „Kups“ und „Dans“ unterteilt. „Kup“ bedeutet Rang oder Stufe.

10. Kup, weiß

Die Farbe steht für die Reinheit des Schülers. Er ist noch unwissend und daher wie ein leeres Blatt Papier.

9. Kup, weiß-gelb

Der Schüler ist noch immer größtenteils unwissend, aber nicht mehr ganz unbeschrieben.

8. Kup, gelb

Gelb steht hier für die Erde und den Boden. Die Kampfkunst schlägt Wurzeln im Schüler. Die Farbe des Bodens steht außerdem für den Schüler, in dem die Kampfkunst gedeihen kann.

7. Kup, gelb-grün

Die ersten Sprösslinge bilden sich.

6. Kup, grün

Die Pflanze, die zuvor noch in den fruchtbaren Boden gepflanzt wurde, erblüht.

5. Kup, grün-blau

Die Pflanze strebt zum Himmel.

4. Kup, blau

Das Blau, welches für den Himmel steht, verdeutlicht auch die Grenze. Hier muss sich zeigen, was der Schüler gelernt hat.

3. Kup, blau-rot

Ab hier ist Vorsicht geboten.

2. Kup, rot

Rot steht für die Gefahr und auch für die Sonne. Der Schüler ist auf dem Weg, Meister zu werden. Hier gilt es für den Schüler in sich zu gegen.

1. Kup, rot-schwarz

Auf den Weg, Meister zu werden.

1. - 10. Dan, schwarz

Der Gürtel der Meister. Schwarz vereinigt alle Farben in sich und strahlt Autorität und Wissen aus. Der Schüler ist nun Meister geworden.