Warum gerade Taekwondo für Kinder eine gute Wahl ist? 

Es gab sie, jene Zeiten, in denen die Kampfkunst bei Eltern und Erziehern durchaus verpönt war. Denn manche fürchteten gar, dass durch das Training „niedere Triebe“ geweckt würden ... 

Eine Ansicht, die zum Glück lange passé ist. Auch und gerade ein Verdienst jener Trainerinnen und Trainer, die Kampfkünste wie Taekwondo, Karate und Aikido, oftmals unentgeltlich, via AG oder Nachmittagskurs, in Schulen und Jugendzentren gebracht haben. 

Mehr als reine Selbstverteidigung: 

Denn tatsächlich haben Kampfkünste ja so viel mehr als Treten und Schlagen zu bieten. Nämlich Disziplin und Etikette, wobei, ganz nebenbei, auch Ausdauer und Körperkoordination geschult werden. Kein Wunder also, dass die Vorzüge von Taekwondo, Hapkido und Kung Fu heute auch von Krankenkassen propagiert werden:

„Kampfsport hält nicht nur Körper und Geist fit, sondern baut Stress ab und Selbstbewusstsein auf“, erklärt die Techniker Krankenkasse auf ihren Seiten. Damit gelten Taekwondo und Karate als Sportarten, die für Alt wie auch Jung in Betracht kommen. Belohnt werde das Training mit mehr Geschmeidigkeit und innerer Gelassenheit. Verbunden mit dem „Nebeneffekt“, das so auch eine effektive Selbstverteidigung für den Ernstfall erlernt wird. 

Wer darf Taekwondo üben? 

Denn gerade Kinder und Frauen dürften im Ernstfall mit komplizierten Hebeltechniken kaum eine Chance haben. Vielmehr sind es blitzschnelle Schläge und Tritte, gar mit Ellbogen und Knie, die zum Erfolg führen. Insofern müssen die verschiedenen Karate- und Kickboxstile durchaus zu den effektiven (Straßen)Kampfkünsten gezählt werden.

Dabei dürfte für viele Eltern, neben dem Erlernen einer reinen Selbstverteidigung, aber auch Themen wie Ausdauer, Koordination oder eine mögliche Gewichtsreduktion interessant sein. Dinge, die gerade Teakwondo zu bieten hat. Zudem kann hier, beim Laufen einer Poomse oder Hyong (das sind die alten, traditionellen koreanischen Formen), aber auch Gedächtnis und räumliches Vorstellungsvermögen trainiert werden.

Natürlich gibt es dennoch Punkte, die vor Beginn des Training geklärt werden. Dazu gehören Herz-Kreislaufprobleme. Zudem muss, wie die TK auf ihren Seien anmerkt (https://www.tk.de/techniker/gesund-leben/sport/basics/kampfsportarten-taekwondo-karate-2007160), die Belastung der Gelenke durch die schnellen und kraftvollen Techniken bedacht werden.

Insofern ist es wichtig, solide ausgebildete Trainer und gut ausgerüstete Schulen zu finden. Generell jedoch gilt: Taekwondo und Karate sind weitaus rückenschonender als Kampfsportarten, bei denen vornehmlich Würfe trainiert werden! 

Barfuß und mit bunten Gürteln:

Tatsächlich lassen sich gerade Kinder meist rasch für eine Kampfsportart begeistern. Um so mehr, wenn die erste Gürtelprüfung geschafft ist. Dabei mag es nur anfangs als befremdlich erscheinen, dass hier, auf den Matten der Kampfsportschule, barfuß trainiert wird. Denn die meisten können und wollen sich rasch auf das fernöstliche Zeremoniell einlassen.

Dazu gehören dann auch der Respekt vor dem fortgeschrittenen Übungspartner sowie dem Trainer, selbst wenn dieser nicht, wie mancherorts üblich, als Meister oder gar Großmeister (im Taekwondo ab dem 5. Dan, während in Japan erst der 6. Dan als „wahrhaft meisterlich“ gilt) tituliert wird.

Nicht umsonst verweist auch oben genannte Kasse auf die fernöstliche Philosophie, die gerade traditionellen Kampfkünsten wie Taekwondo, Karate oder Aikido zu eigen ist. Hier gehe es um eine Einheit von Körper und Geist sowie Respekt vor dem Gegner. 

Mädels sogar im Vorteil?

Dabei kann Taekwondo bereits von Kindern im Grundschulalter trainiert werden. Und das von Jungs wie auch von Mädchen, wobei das weibliche Geschlecht mitunter gar im Vorteil scheint. Schließlich erfordern die akrobatischen Kicktechniken eine gewisse Beweglichkeit, die sich männliche Teilnehmer häufig härter erarbeiten müssen, als das bei Frauen und Mädchen der Fall ist.

Dennoch präsentiert sich gerade Taekwondo äußerst vielseitig und hat jedermann und jeder Frau die passenden Programmpunkte zu bieten. Angefangen beim Formenlauf, einem „Schattentanz“ gegen mehrere, imaginäre Gegner, über die Partnerübungen bis hin zum Wettkampf. Zudem nimmt in den meisten Schulen und Vereinen auch das Thema Hosinsul (Selbstverteidigung) einen wichtigen Raum ein. Gerade heute, wo viele Trainerinnen und Trainer, um ihren Schützlingen eine optimale Ausbildung zu bieten, auch Prüfungen im Hapkido (koreanische Variante des Ju-Jutsu) absolviert haben. 

Vorteile des Trainings: 

Damit hat gerade Taekwondo ein wahres Füllhorn an Vorzügen zu bieten. Neben dem Spaßfaktor können hier auch Schnellkraft, Ausdauer und Durchsetzungsvermögen trainiert werden. Dies gilt insbesondere für den Bruchtest, der von höheren Schülergraden (Voraussetzung ist zudem ein gewisses Mindestalter) bei Prüfungen und Vorführungen absolviert wird. Stets ein großes Spektakel, wenn ein Holzbrett barfuß zertreten oder aber durch einen gekonnten Fauststoß zerteilt wird.

Zudem lässt sich gerade beim rasanten und schweißtreibenden Taekwondo ein möglicherweise vorhandenes Übergewicht auf ganz natürlichem Weg bekämpfen. Dass wir als Trainer und Kampfsportler dennoch stets unter Beobachtung stehen, mag eine Episode zeigen, die ich mal als Honorar-Trainer einer Schule erlebt habe. Denn die war nach dem Weg des (japanischen) Kriegers, also „Bushido“, benannt worden. Folglich wollte eine Mutter ihrem Sohn die Mitgliedschaft verweigern, da sie mit einem gleichnamigen Musiker offenbar ein Problem hatte.

Insofern wird die Aufklärungsarbeit für Vereinsvorstände und TrainerInnen niemals aufhören, tun wir stets gut daran, den friedfertigen Charakter und die Vorzüge unserer jeweiligen Kampfkunst herauszuarbeiten. Und können zudem froh darüber sein, wenn auch Lehrer, Vollzugsbeamte oder Juristen in unserem Verein oder unserer Schule trainieren, da solche Personen natürlich als (gute) Referenz gelten! 

Gerade der Bruchtest ist ein gutes Beispiel dafür, dass im Taekwondo auch unser Durchsetzungsvermögen und unser Selbstbewusstsein trainiert werden!