Taekwondo für Kinder: Ab welchem Alter macht es Sinn?

Eltern obliegt die verantwortungsvolle Aufgabe, für ihr Kind zu entscheiden, ob das Training einer Kampfsportart schon Sinn macht. Einige haben vielleicht Angst um ihr Kind, glauben, dass frühes Training gefährlich sein könnte und sind bezüglich ihrer Entscheidung unsicher. Ab wann kann man Taekwondo trainieren?

Vorteile eines frühen Trainings

Warum sollten Kinder überhaupt so früh mit dem Training anfangen? Mehrere Gründe sprechen für einen frühzeitigen Trainingsbeginn.

Selbstverteidigung

Zuallererst kommt vielen die Selbstverteidigung in den Sinn. Es ist natürlich klar, dass ein junges Kind körperlich einem Erwachsenen nicht gewachsen ist. Trotzdem lassen potentielle Angreifer frühzeitig von einem wehrhaften Kind, das sich selbst behaupten kann, ab.

Beweglichkeit

Viele Personen, die im Erwachsenenalter mit Taekwondo beginnen, starten mit anfänglichen Schwierigkeiten in der Beweglichkeit. Wer in seiner Jugend nicht Sportarten nachgegangen ist, die hohe Flexibilität erfordern, hat über die Jahre viel von der natürlichen Dehnbarkeit seiner Muskulatur eingebüßt. Bei Kindern ist diese noch vollständig vorhanden und bleibt durch das regelmäßige Training auch erhalten, anstatt dass sie erst mühevoll zurückgewonnen werden muss.

Soziale und persönliche Aspekte

Die Kinder trainieren in Gruppen von gleichaltrigen Trainingspartnern. Hierbei lernen sie, sich gegenseitig beim Training zu unterstützen und respektvoll miteinander umzugehen. Auch langfristige, wertvolle Freundschaften können so entstehen. Außerdem lernen die Kinder das richtige Verhalten in einer Gruppe und still zuzuhören, wenn der Trainer etwas erklärt. Durch das Training nehmen sie Disziplin und Durchhaltevermögen frühzeitig für das ganze Leben mit.

Mögliche Nachteile

Neben weiteren, zahlreichen Vorteilen, gibt es jedoch Risiken, denen man sich zumindest bewusst sein sollte.

Verletzungen

Jedes Training birgt die Gefahr, sich zu verletzen. Dies gilt allerdings für jedes Alter. Dennoch kann es besonders bei untrainierten Personen beispielsweise zu einer Zerrung kommen, auch bei Kindern. Mit steigender Erfahrung nehmen Verletzungen aber ab, da das Kind seine Grenzen kennen lernt und verantwortungsvoller mit seinem Körper umgeht.

Unentschlossenheit

Gerade Kinder neigen dazu, viel auszuprobieren, aber unstet in der Auswahl ihrer Aktivitäten zu sein. Es kann also immer wieder zu Phasen kommen, in denen Kinder keine Lust haben und nicht zum Training wollen. Mit solchen Motivationsschwankungen muss gerechnet werden. Nach einem Erfolgserlebnis durch das Training lässt die Frustration oder Unlust allerdings oft schnell wieder nach.

Ein eigenes Bild machen: Das Probetraining nutzen

Anstatt sich an pauschale und ganz konkrete Altersangaben zu halten, sollte besser ein Probetraining vereinbart werden. Dort ist erkennbar, wie gut das Kind in der Gruppe und mit dem Training zurechtkommt und wie es sich in der allgemeinen Atmosphäre fühlt. Außerdem ist man als Elternteil schnell beruhigt, wenn einem die Sicherheit des Taekwondotrainings und der spielerische Umgang im jungen Alter auffallen. Harter Wettkampfsport ist hier noch nicht an der Tagesordnung.

Der offensichtliche Weg: Sein Kind fragen

Nach dem Training sollte natürlich zuhause nachgefragt werden, wie das Kind das Training erlebt hat und ob es Spaß macht. Dies wird letztendlich der wichtigste Faktor sein. Üblicherweise spricht bei einer positiven Reaktion nichts gegen ein weiteres Taekwondotraining, da die Risiken alle gut kontrollierbar oder verkraftbar sind, sich aber viele Vorteile bieten.

In welchem Alter also anfangen

Weniger als ein konkretes Alter, zählt also, ob Spaß und Interesse vorhanden sind und wie gut sich Kinder in der Trainingsatmosphäre zurechtfinden. Innerhalb einer Spanne von vier bis sieben Jahren muss diese Frage insofern individuell beantwortet werden.