Was bedeutet Kwon?

Taekwondo setzt sich aus drei Worten zusammen: "Tae", "Kwon" und "Do". Das Wort "Kwon" bedeutet hierbei direkt aus dem Koreanischen übersetzt "Faust". Es steht im traditionellen Taekwondo für dessen Faust-, Hand- und Armtechniken.

Bedeutung des Kwon im Taekwondo

Taekwondo ist bekannt für die Dominanz seiner Tritte und Fußtechniken. Durch den hohen Stellenwert von Tritten innerhalb des Taekwondo hebt sich diese Kampfkunst von anderen ab und ermöglicht einen Fokus auf die Perfektionierung seiner Fußtechnik. Dennoch haben Fausttechniken als Teil einer ganzheitlichen Kampfkunst ihren festen Platz im Taekwondo.

Zum Einsatz kommen neben klassischen Faustschlägen und -stößen beispielsweise auch Handkantenschläge oder Ellenbogenstöße. Auch Blocktechniken sind im Taekwondo Bestandteil des Wortes Kwon, welche besonders wichtig sind, um sich effektiv gegen feindliche Angriffe zu schützen. Langfristig soll somit trotz der modernen Konzentration auf Fußtechniken ein gleichmäßiges Training des ganzen Körpers erreicht werden, um sich nebst Tritten auch mit den Fäusten verteidigen zu können. Der Taekwondoin wird somit flexibler und kann verschiedenen Situationen besser begegnen.

In welcher Form werden Faust-, Handkanten- und Ellenbogenangriffe genutzt?

Im Wettkampf haben besonders im olympischen Stil Fausttechniken eine untergeordnete Rolle. Lediglich Fauststöße zum Torso sind vereinzelt je nach Kämpfer üblich. Angriffe mit dem Ellenbogen oder der Handkante kommen sogar überhaupt nicht vor bzw. sind je nach Regelwerk innerhalb des Wettkampfes verboten. Faustschläge zum Kopf sind im olympischen Taekwondo ebenfalls nicht zulässig.

Im Hosinsul, also der Selbstverteidigungsschule des Taekwondo, sowie in festgelegten Formenläufen und der Grundschule des Taekwondo haben Techniken des Kwon dennoch ihren festen Platz. Dort werden sie im Zuge des regelmäßigen Trainings einstudiert und perfektioniert und es kommt die gesamte Bandbreite an möglichen Techniken zum Einsatz.

Kwon innerhalb des Bruchtests

Einen weiteren Platz für Handtechniken und dergleichen gibt es innerhalb des Bruchtests, auch "Kyok Pa" genannt. Es geht hierbei um das gezielte Zerschlagen von Brettern oder bei sehr fortgeschrittenen Taekwondoin auch um das Zerstören von Platten und Steinen. Dieser Bruchtest wird zwar nicht im alltäglichen Training regelmäßig geübt, ist aber dennoch fester Bestandteil des Taekwondo. Es dient als eines von vielen Maßen für die Präzision, Schnelligkeit und Kraft eines Angriffs und wird auch mit Hand, Arm oder Ellenbogen durchgeführt. Somit können diese nebst den Fußtechniken nötig sein, um eine Prüfung zu bestehen, die das Tragen eines nächsthöheren Gürtels erlaubt.